Österreichischer Musikmarkt 2025
Heimischer Musikmarkt wächst um 6,5% auf 270,4 Millionen Euro
Der österreichische Musikmarkt setzte seinen Wachstumskurs nun schon zum neunten Mal in Folge fort und erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von 270,4 Millionen Euro, ein Plus von 6,5% gegenüber 2024. Vor dem Hintergrund eines gesamtwirtschaftlichen Wachstums von lediglich rund 0,5% unterstreicht dieses Ergebnis die Dynamik der heimischen Musikbranche. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren die weiterhin stark steigende Nachfrage nach Musik-Streaming-Angeboten, Rekordeinnahmen der Verwertungsgesellschaft LSG sowie ein stabiler Markt für Vinyl-Schallplatten.
Streaming-Abos knacken die 200-Millionen-Euro-Marke
Mit einem Umsatz von 202,9 Millionen Euro legten Streaming-Abonnements von Anbietern wie Spotify, Apple Music, Amazon Music oder Deezer um 9,2% zu. Streaming erreicht damit einen Marktanteil von 87% am österreichischen Musikmarkt. Insgesamt wurden 2025 in Österreich knapp 22 Milliarden Songs gestreamt – ein Plus von 4% gegenüber dem Vorjahr.
Vinyl-Schallplatten behaupten sich vor der CD
Vinyl-Schallplatten verzeichnen seit mehr als 15 Jahren kontinuierliche Umsatzzuwächse. Auch 2025 setzte sich dieser Trend fort: Mit einem Plus von 1,5% erreichte Vinyl einen neuen Umsatzrekord von 13,3 Millionen Euro. Damit bleibt Vinyl das zweitgrößte Marktsegment vor der CD. Der CD-Umsatz sank hingegen auf 12,4 Millionen Euro (-14,5%). Weitere 5,8 Millionen Euro steuerten Downloads (3,0 Mio. Euro), Musik-DVDs (1,0 Mio. Euro) und Synchronisationsrechte (1,8 Mio. Euro) zum Gesamtmarkt bei.
Rekordjahr für die Verwertungsgesellschaft LSG
Die Verwertungsgesellschaft LSG, die urheberrechtliche Vergütungsansprüche für rund 5.000 Labels und 20.000 Künstlerinnen und Künstler wahrnimmt, erzielte 2025 Lizenzeinnahmen in Höhe von 35,7 Millionen Euro – ein Plus von 7,2% und damit einen neuen Rekordwert. Die größten Ertragsanteile entfielen auf die Sendevergütung (40,5%), die öffentliche Wiedergabe – etwa in Gastronomie, Hotellerie und Handel – (31,5%) sowie auf die Speichermedienvergütung (19%). Die jährlichen Tantiemenauszahlungen der LSG leisten einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Absicherung heimischer Musikschaffender und Labels.
Produktions-Förderungen stärken den Musikstandort Österreich
Die fortschreitende Digitalisierung und Globalisierung des Musikmarktes stellen kleinere Märkte vor besondere Herausforderungen. Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, bieten IFPI Austria und LSG ein breites Spektrum an Förderprogrammen an. Rund eine Million Euro pro Jahr fließen in die Förderung österreichischer Musikproduktionen sowie in Export- und Weiterbildungsmaßnahmen. Ziel dieser Förderungen ist es, die Produktionstätigkeit zu stärken, die Strukturen der heimischen Musikbranche nachhaltig zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu sichern. Finanziert werden diese Maßnahmen aus dem Kulturfonds der LSG-Produzenten, der aus Einnahmen der Speichermedienvergütung dotiert wird.
Franz Pleterski, Präsident des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft: „Entgegen dem gesamtwirtschaftlichen Trend zur Stagnation blieb der österreichische Musikmarkt auch im Vorjahr auf Wachstumskurs. Dieses Ergebnis ist vor allem den Kreativen und Labels zu verdanken, die den Musikstandort Österreich tagtäglich vorantreiben. Auch der Ausblick ist positiv, vor allem weil der Streaming-Markt in Österreich noch über genügend Wachstumspotenzial verfügt. Damit sich dieses Potenzial voll entfalten kann, ist es wichtig, innovationsfreundliche und faire Rahmenbedingungen zu sichern und den Markt nicht durch übermäßige staatliche Eingriffe in seiner Dynamik zu bremsen. Unsere Aufgabe ist es, diese positive Entwicklung durch gezielte Förderungen und nachhaltige Strukturen weiter zu stärken.“
Thomas Auböck, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft: „Streaming hat der Musikbranche in den letzten Jahren nachhaltiges Wachstum zurückgebracht – davon profitieren heute alle Marktteilnehmer. Mit KI-Musik stehen wir nun vor der nächsten Evolutionsstufe. Unser Ziel ist klar: Gemeinsam mit Technologieunternehmen wollen wir neue, faire Erlösmodelle für die Musikbranche entwickeln. Die Geschichte des Streamings zeigt, dass Labels auch bei neuen Technologien komplexe Lizenzmodelle erfolgreich verhandeln können. Entscheidend ist dabei eines: Wer Musik zum Training von KI-Systemen nutzt, braucht eine Lizenz – und muss dafür bezahlen.“
Die erfolgreichsten Songs und Alben der „Ö3 Austria Top 40“ Jahres-Charts 2025
Das erfolgreichste Album des Jahres 2025 stammt von Taylor Swift mit „The Life of a Showgirl“. Weitere internationale Veröffentlichungen von Billie Eilish, Linkin Park, Bad Bunny, KPop Demon Hunters, Tate McRae und Sabrina Carpenter prägten die Top-10-Albumcharts. Gleichzeitig sind auch heimische Artists stark vertreten: Rainhard Fendrich und Seiler und Speer erreichen inmitten internationaler Spitzenproduktionen die Top 10 der Alben-Jahrescharts und unterstreichen damit die Relevanz heimischer Produktionen im Albumsegment. Der beliebteste Song des Jahres 2025 war „Wackelkontakt“ von Oimara, gefolgt von Alex Warren mit „Ordinary“ sowie Rosé & Bruno Mars mit „Apt“.
Top 10 Singles-Verkaufscharts 2025
1. Oimara – Wackelkontakt
2. Alex Warren – Ordinary
3. Rosé & Bruno Mars – Apt.
4. Zartmann – Tau mich auf
5. Linkin Park – The Emptiness Machine
6. Huntr/X, Ejae, Audrey Nuna, Rei Ami & KPop Demon Hunters Cast – Golden
7. Lola Young – Messy
8. Lady Gaga & Bruno Mars – Die With a Smile
9. Jazeek – Akon
10. WizTheMc & Bees & Honey – Show Me Love
Top 10 Alben-Verkaufscharts 2025
1. Taylor Swift – The Life of a Showgirl
2. KPop Demon Hunters Soundtrack – KPop Demon Hunters
3. Linkin Park – From Zero
4. Billie Eilish – Hit Me Hard and Soft
5. Tate McRae – So Close to What
6. Rainhard Fendrich – Wimpernschlag
7. Stray Kids – Karma
8. Seiler und Speer – Hödn
9. Bad Bunny – Debí Tirar Más Fotos
10. Sabrina Carpenter – Short N‘ Sweet
Erfolge österreichischer Acts in den Ö3 Austria Top 40 Charts
Acht heimische Acts erreichten 2025 eine Nummer 1-Platzierung in den offiziellen österreichischen Single- oder Alben-Charts und wurden dafür mit dem „Nummer 1 Award“ der Ö3 Austria Top 40 Charts ausgezeichnet: die Wiener Philharmoniker & Riccardo Muti/Live-Album Neujahrskonzert 2025, Melissa Naschenweng/Album Alpenbarbie, Edmund/Album Legende, Rainhard Fendrich/Album Wimpernschlag, JJ/Single Wasted Love, Seiler und Speer/Album Hödn sowie zwei Mal Raf Ca-mora/Singles Jupiter und Forever.
Die erfolgreichsten österreichischen Singles und Alben der Ö3 Austria Top 40 Verkaufscharts
Um die heimische Musikszene gerade in einem zunehmend globalisierten Musikmarkt noch besser sichtbar zu machen, werten die „Ö3 Austria Top 40“ seit letztem Jahr eigene „Austrian Artists Charts“ aus. Die Österreich-Wertung der Ö3 Austria Top 40-Verkaufscharts wird von RAF Camora feat. Reezy mit Connected angeführt, gefolgt von JJ, Ely Oaks, Abor & Tynna, Seiler und Speer, RIAN sowie Pizzera & Jaus. Im Album-Ranking dominierte Rainhard Fendrich mit Wimpernschlag vor Seiler und Speer (Hödn) und Melissa Naschenweng (Alpenbarbie). Auch das Neujahrskonzert 2025 der Wiener Philharmoniker schaffte den Sprung unter die Top 10.
Top 10 Singles-Verkaufscharts 2025 – Austrian Artists
1. RAF Camora & Reezy – Connected
2. JJ – Wasted Love
3. Ely Oaks – Running Around
4. Abor & Tynna – Baller
5. Seiler & Speer – In ana aundan Sproch
6. RIAN – Hausparty
7. Pizzera & Jaus – Zweifelturm
8. folkshilfe – Weit weg
9. Die Draufgänger & Pietro Basile – Gianna
10. Laurenz Nikolaus – Du bist wie
Top 10 Alben-Verkaufscharts 2025 – Austrian Artists
1. Rainhard Fendrich – Wimpernschlag
2. Seiler & Speer – Hödn
3. Melissa Naschenweng – Alpenbarbie
4. RAF Camora – Forever
5. Nockis – Glücksmomente
6. Riccardo Muti/Wiener Philharmoniker – Neujahrskonzert 2025
7. Edmund – Legende
8. Molden, Resetarits, Soyka, Wirt – Live im Stadtsaal
9. folkshilfe – bunt
10. Thorsteinn Einarsson – Teardrops & Confettiguns
Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf den Gesamtumsatz zu Endverbraucherpreisen und beinhalten sowohl LSG-Lizenzeinnahmen als auch Synchronisationsrechte (Synch Rights). Im Kernbereich des Musikmarktes – bestehend aus Streaming, Downloads und physischen Tonträgern – erzielten die Labels Einnahmen in Höhe von 126,3 Millionen Euro.

